Umbau Marktplatz Offenbach

Nicht offener Realisierungswettbewerb:
2. Rundgang; ausgeschieden

Auslober:
Magistrat der Stadt Offenbach am Main

Bausumme:
2,4 Mio. €

Areal:
9.400 qm

Bearbeitung:
2015

Gestalterische Grundidee

Die stadtplanerischen, verkehrsplanerischen und freiraumplanerischen Ziele treffen sich in der Absicht, den Straßen-Raum als Stadt-Platz mit Eigenwert und Vernetzungsfunktionen zu gestalten. Auf der untersten Ebene wird dazu aus Beton-Werksteinen ein Rechteck als Teppich eingelegt. Schon rein formal reiht sich der neu gestaltete Stadtraum damit als wieder erkennbares Bild in die Platzfolge Aliceplatz – Marktplatz – Wilhelmsplatz ein.

Die neu geplante Anordnung der verschiedenen Verkehrsarten ermöglicht darüber hinaus die Gestaltung des Teppichs als „Fußgängerzone“, auch wenn es sich im klassischen Sinne nicht darum, sondern um eine „Shared-Space-Zone“ handelt, in der die Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt miteinander agieren. So kann der Marktplatz die einmündenden und kreuzenden Querstraßen mühelos aufnehmen und als „Verteilerraum“ fungieren.

Auf einer weiteren Ebene werden in den gepflasterten Teppich Möblierungs- und Ausstattungs-Elemente integriert, die jenseits ihres Eigenwerts auch räumliche Gliederungen und funktionale Strukturierungen unterstützen.

Schließlich verleihen die erhaltenen Bäume dem Platz Maßstäblichkeit und Atmosphäre. Und endlich erzeugen in der obersten Ebene Lichtlinien eine imaginäre, transparente Decke als Raumabschluss.

Die vom Marktplatz abgehenden bzw. auf ihn einmündenden Straßen (Bieberer Straße und Kleiner Biergrund) werden im Kontext der im Umfeld vorhandenen gestalterischen Matrix weiter entwickelt. Der Wilhelmsplatz wird nach diesen Kriterien konsequent vervollständigt. In die vorhandene Belagsgrafik wird die Bieberer Straße einbezogen und eine Baumreihe auf der nördlichen Seite des Platzes ergänzt, so dass sich der Wilhelmsplatz sozusagen in die Bieberer Straße hineinschiebt.

Alles in allem besteht die gestalterische Grundidee darin, aus den Straßenflächen urbane Freiräume zu generieren, und den Marktplatz mit den anschließenden Straßen- und Freiräumen in ein einheitliches Gestaltungskonzept einzubinden. Charakteristische, für den Ort spezifische Bau- und Ausstattungselemente sollen Orientierung und Sicherheit vermitteln, Bewegung, Begegnung, Beobachtung und Aktion ermöglichen, und Kontakte zwischen Menschen und zu ihrer Umwelt fördern.

Zum Seitenanfang